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Donnerstag, 24. Mai 2018

Die Haut und der Tod - Eröffnungsrede zur Ausstellung „Adriane Steckhan - Erdenrest“ von Dr. Thomas J. Piesbergen

Die Austellung wird gezeigt in der Galerie des Einstellungsraum e.V. im Rahmen des Jahresthemas "(Keine) Wendemöglichkeit", Mai 2018

Adriane Steckhan, "Erdenrest", Detail, 2018

Als Goethe im zweiten Teil der Faust-Tragödie die vollendeteren Engel sagen läßt:

Uns bleibt ein Erdenrest
Zu tragen peinlich,
Und wär er von Asbest,
Er ist nicht reinlich.
“,

bezieht er sich auf das Bild des Thomas von Aquin, der den Menschen als ein Wesen bezeichnet, daß sich auf halbem Wege der Entwicklung vom Tier zum Engel befindet. Doch auch die vollendeteren Engel sind noch nicht ganz vollendet, also noch nicht eins mit der Gottheit geworden, denn sie tragen einen letzten Erdenrest mit sich, von dem sie sich nicht lösen können.

Aber um was handelt es sich bei diesem Erdenrest, der ihre Vollendung verhindert, der ihrer Erlösung im Wege steht? Es ist offenbar etwas, das nicht der körperlosen jenseitigen, sondern der körperlichen, verunreinigten diesseitigen Existenz zugewandt ist, es ist etwas „Peinliches“, also nach altem Sprachverständnis etwas, das Schmerz verursacht, in dem es  am irdischen Dasein haftet und jene im irdischen Schmutz zurückhält, die nach Vollendung streben.

Wenn wir von der christlichen Terminologie in die buddhistische Überwechseln, bietet sich umgehend der Begriff der Anhaftung, des Upadana an. Mit diesem Terminus wird die Unfähigkeit bezeichnet, sich vom Vergänglichen zu lösen, der Vorgang, mit dem wir unsere Identität durch Besitz und Aneignung definieren, die Zerstreuung im Sinn- und Belanglosen, und schließlich die Leugnung und Verdrängung der Vergänglichkeit an sich, d.h. auch die Weigerung, der eigenen Sterblichkeit ins Auge zu Blicken.

In seinem Werk Der Urschock hat der italienische Psychohistoriker und Psychoanalytiker Luigi de Marchi die Erkenntnis der Sterblichkeit als die zentrale Kraft hinter allem menschlichen Handeln dargestellt.
Im Gegensatz zu Freud und etlichen anderen Psychoanalytikern sieht er nicht den Sexualtrieb als stärkste Kraft menschlicher Entfaltung, sondern die Abwehr der Todesangst.

Diese Todesangst beherrscht aber nicht nur das menschliche Handeln auf persönlicher Ebene. Sie akkumuliert und verdichtet sich auf gesellschaftlicher Ebene und findet so ihren Ausdruck in gesellschaftlichen Mustern, nach denen wir unsere Wirklichkeit ordnen und ihr eine Dimension der Bedeutung geben.

Eines der wichtigsten bedeutsamen Muster, die die Menschheit in diesem Zusammenhang hervorgebracht hat, bildet die Gesamtheit der Religionen. Alles, was sich in dem irdischen Leben des Menschen abspielt, zeitigt innerhalb religiöser Logik seine Konsequenz im jenseitigen Nachleben. Über diesen Umweg einer Jenseitsvorstellung und der moralischen Verknüpfung von dem Nachleben mit dem irdischen Leben, schlug sich die Todesabwehr in allen Aspekten der Religion, und damit in nahezu allen Aspekten des alltäglichen Lebens nieder.

Die Menschen führten ein Leben im Bewußtsein von dessen Endlichkeit, und so wie Geburten, Initiationen und Hochzeiten fester Bestandteil der rituellen Strukturierung des Lebens waren, so war es auch der Tod. Starb ein Mensch, so war dieses Sterben eingebettet in das Leben und seine Routinen. Niemand fragte danach, wie man damit umzugehen habe, da das religiöse Muster der Todesabwehr klare Verhaltensmaßregeln an die Hand gab. Und diese wiederum halfen den Hinterbliebenen, indem ihnen ermöglicht wurde, den Verstorbenen eine gute Passage ins Nachleben zu gewährleisten, sich selbst des Nachlebens zu versichern und sich so die eigene Angst vor dem Tod zu nehmen.
Entsprechend war das Memento Mori, also die Aufforderung „Sei der Sterblichkeit eingedenk!“, eine Erinnerung daran, daß man sich im diesseitigen Leben vor allem für das jenseitige Leben vorzubereiten habe.

In Europa erlebte diese Bewußtheit der Vergänglichkeit ihre letzte große Blüte mit dem Vanitas-Gedanken des Barock in den Nachwehen des 30jährigen Krieges. Dichtung und Kunst waren durchdrungen von Symbolen des Todes und der Hinfälligkeit des Seins, die mit der sonst inszenierten Üppigkeit des Lebens starke Kontraste bildete.
R.M. Rilke erfasste diesen Kontrast später in den Aufzeichnungen des Malte Laurits Brigge sehr treffend mit dem Satz: „Früher wußte man, daß man den Tod in sich hatte, wie eine Frucht den Kern.

Doch mit der um 1700 einsetzenden Aufklärung und der beginnenden Vorherrschaft des Primats der Vernunft dämmerte auch der Atheismus auf, und schließlich der Nihilismus. Damit war nicht nur die vorher unerschütterliche Ordnung der Welt durch eine göttliche Ordnung dahin, sondern auch das effektivste Mittel zur Abwehr der Todesangst wirkungslos geworden.
Folgerichtig geriet der Vanitas-Gedanke zusehends in Vergessenheit. Die fortschreitende Erosion der Religiosität in den industriellen und postindustriellen Gesellschaften erreichte ihren vorläufigen Höhepunkt in der zweiten Hälfte des 20. Jhd., in der die Lektion aus 2 Weltkriegen und der Naziherrschaft das Weiterbestehen eines Glaubens an Höhere Mächte, die der Menschheit wohlgesonnen waren, für zahllose Menschen unmöglich machte.

Doch wie soll der Mensch mit dem Tod umgehen, wenn ihm die einzige Möglichkeit, sich eines Nachlebens zu versichern, zerstört worden ist? Wenn die Rituale bedeutungslos geworden sind? Wenn das Memento Mori nicht mehr nur eine Mahnung ist, um sein Leben tugendhaft zu führen, um schließlich ein Nachleben im Paradies führen zu können, sondern wenn es schonungslos die ganze Absurdität überkommener Sinngebung vor Augen führt und das Leben als eine erbarmungslose Einbahnstraße zur Auslöschung erscheinen läßt?

Aus der Psychoanalyse sind uns die zwangsläufigen Schutzmechanismen hinlänglich bekannt: Abspaltung und Verdrängung.
Diese menschliche Eigenschaft war schon Blaise Pascal überdeutlich bewußt, der in seinen Pensées notierte: "Wir rennen unbekümmert in den Abgrund, nachdem wir irgendetwas vor uns hingestellt haben, das uns hindern soll, ihn zu sehen."

Dieses beliebige „Irgendetwas“, das wir vor uns hinstellen, an das wir uns versuchen zu klammern, das, was uns glauben machen soll, unsere irdische Existenz wäre unbegrenzt, ist eben jener Erdenrest, der sich weigert, sich der eigenen Sterblichkeit bewußt zu werden, die in einer Welt ohne den Trost der Religionen, nahezu unmöglich zu ertragen ist.

So sind unsere Anstrengungen, die Hilflosigkeit angesichts des Todes abzuspalten und zu verdrängen, im Laufe des 20. und frühen 21. Jahrhunderts immer verzweifelter und effizienter geworden. Doch da wir dem Leben nur im Bewußtsein seiner Begrenztheit und Endlichkeit einen wirklichen Wert und eine Bedeutung beimessen können, liegt es nahe, daß wir sogar beginnen, die Lebendigkeit selbst zu verdrängen und Stimuli zu suchen, die leer und sinnlos sind.

In seinem Buch Der Verrat am Selbst legt der Psychoanalytiker Arno Grün klar dar, wie die Stimulierung durch bedeutungslose Reize auf die Psyche wirkt: da sie unsere Lebendigkeit nicht berührt und deshalb kein kreatives Handeln in uns anregt, verlangen wir nach immer mehr Stimuli, bis schließlich nicht einmal mehr die jeweiligen äußeren Reize ausreichen, um uns abzulenken, sondern wir eine Sucht nach dem bloßen Wechsel der Reize entwickeln.
Und so geraten wir in eine Raserei der Zerstreuung und gieren nach der unablässigen Betäubung durch immer mehr Tweets, Facebook- und Instagram-Posts, Kurznachrichten im Fahrgastfernsehen, Info-Banner, die während laufender Fernsehsendungen eingespielt werden, sinnlose Statistiken und Schlagzeilen auf LED-Wänden am Straßenrand, durch permanente Berieselung mit Musik oder dem hohlen Geplapper von Radiosprechern, und verlieren uns in der Nichtigkeit des gesellschaftlichen Lebens, dem Small-Talk, dem Event, der Jagd nach dem Zeitgeist.

Gleichzeitig glauben wir unablässig tätig sein zu müssen im Dienste der Arbeit, der Selbstoptimierung oder der Selbstdarstellung und löschen durch einen panischen Zwang zum „Multi-Tasking“ allen möglichen, gedanklichen Leerlauf aus unserem Leben, der uns in die Abgründe einer essentiellen Auseinandersetzung mit uns selbst und dem Tod führen könnte.

Und so marschieren wir bewußtlos am Leben vorbei und auf den unabwendbaren, aber verhüllten Tod zu.  In dem Roman Die Schöne des Herren, auf den sich Adriane Steckhan ebenfalls bezieht, beschreibt Albert Cohen die so durch das Leben schlafwandelnden Menschen immer wieder als „lebende Leichname“, als bloße Hüllen und Masken, deren Lebendigkeit schon lange abgestorben ist, in einem absurden Theater der Eitelkeiten.

Mit dieser komplexen, schweren Materie setzt sich Adriane Steckhan seit einigen Jahren und in zunehmendem Maße auseinander.

Ein wichtiger Impuls waren wiederholte Besuche in den Pariser Katakomben, einer unterirdischen Lagerstätte für Gebeine von Friedhöfen, die ab 1785 geräumt wurden, um im wachsenden Paris neuen Wohnraum zu schaffen. Insgesamt lagern dort die Überreste von etwa 6 Millionen Toten, sorgsam aufgeschichtet zu Knochenwänden und Ornamenten entlang der Gänge der ehemaligen Steinbrüche von Montrouge im 14. Arrodissement.

Im großen Kellerraum des Einstellungsraums sehen wir eine Acrylpolymerhaut, die eines der dort entstandenen Motive zeigt. Doch statt der einzelnen Knochen und Schädel tritt uns etwas verschwommenes, unscharfes entgegen. Die Überwältigung durch die schiere Masse der entindividualisierten Toten findet ihren Ausdruck in einer Auflösung; die Gesamtheit des Todes wird zu einer Landschaft, die selbst den Eindruck der Erosion erweckt, der Vergänglichkeit, der Körperlosigkeit.

Adriane Steckhan, "Erdenrest", Ausstellungsansicht, Einstellungsraum Mai 2018

In der Oberflächengestaltung können wir einen Aspekt, der für alle Acrylpolymer-Arbeiten Adriane Steckhans gilt, besonders gut beobachten:
Zwar dienen Photographien als Ausgangsmaterial, doch durch die Übertragung in ein zunächst flüssiges Medium, das sich später zur Haut verfestigt, weisen die Oberflächen einen deutlichen Pinselduktus auf, der dem zeitlosen photographischen Motiv eine malerische zeitliche Tiefe verleiht und auf die Dauer des Entstehungsprozesses verweist. Der narbige Pinselauftrag des Polymers kennzeichnet eine zeitliche Frist, die mit der Vergänglichkeit des Motivs korrespondiert.

Die Installation im Kriechkeller geht auf Motive aus der Goldenen Kammer in der Kölner St.Ursula Basilika zurück. In der barocken Reliquienkammer, die wie die Pariser Katakomben mit Ornamenten und Mosaiken aus menschlichen Knochen verziert ist, werden die Schädel etlicher Heiliger und hoher kirchlicher Würdenträger aufbewahrt.
Doch auch dieser Ort, der dem Memento Mori gewidmet ist, ist selbst der Vergänglichkeit unterworfen. Die aufgebahrten Schädel wurden im Rahmen von Restaurierungsarbeiten zwar an Ort und Stelle belassen, aber vorübergehend in Plastiktüten verpackt. Durch die Art der Photographie treten uns diese profanen Verhüllungen allerdings in altmeisterlichen Farben entgegen und erinnern an die überaus künstlerischen Faltenwürfe  auf historischen Gemälden; ein ganz bewußtes Zitat und Verweis auf den historische Kontext des Vanitas-Gedankens.

Adriane Steckhan, "Erdenrest", Ausstellungsansicht, Einstellungsraum Mai 2018

Die Verhüllung korrespondiert zudem mit der Entindividualisierung, die bereits in der Arbeit aus den Katakomben zu sehen ist: Die Schädel, die man vielleicht noch anhand individueller Merkmale hätte unterscheiden können, sind anonym und endgültig gesichtslos geworden. Sie haben ihre Individualität eingebüßt.

Die Verhüllung der Schädel hat aber noch weitere Bedeutungsebenen. Der Tod, an den ehemals gemahnt werden sollte, ist dem heutigen Auge unerträglich. Also wird er entweder zu einer grotesk verzerrten und überzeichneten Karikatur seiner selbst, oder er wird, wie hier, unkenntlich gemacht, verdrängt und in unser Unterbewußtsein abgeschoben.
Als eine solche räumliche Metapher kann man diesen Teil des Installationszusammenhangs ohne weiteres betrachten: der Keller mit den vermummten Totenschädeln als das Archiv unserer verdrängten Todesangst.
Doch das, was abgespalten, versteckt und verborgen worden ist, kehrt umso diffuser und gespenstischer zurück. Und so wirken die düsteren, undeutlichen Bündel auf uns vielleicht noch viel bedrohlicher und unheilverkündender, als es die tatsächlichen Schädel vermocht hätten.

Steigen wir aus dem Untergrund hinauf, lösen wir uns auch aus dem Zusammenhang des barocken Vanitas-Gedankens und seiner düsteren Mahnung, die trotz aller Eitelkeit und Vergänglichkeit immer auf das Bleibende, das Ewige verweist. Denn angesichts des Schädels stellt sich die offenkundige Frage: Was bleibt nach unserem Tod im irdischen Diesseits, und wohin verschwindet das, was wir als unser „Ich“, als unsere Identität erfahren haben?  Wohin entschwindet der Mensch, der uns, in stetiger, langsamer Wandlung aus dem Spiegel ansieht? Um auf die Worte Rilkes zurück zu greifen: Der Kern, in dem wir uns nicht erkennen, bleibt, aber wohin entschwindet die süße Frucht?
Im barocken Zusammenhang ist dieser Mensch aus dem Bild verschwunden, denn er hat unsere Welt verlassen, um in der jenseitigen seinen Platz einzunehmen.

Doch was geschieht in der Gegenwart, in dem erlebten Jetzt mit diesem „Ich“, mit unserer weltlichen Oberfläche, in der wir uns erkennen, mit der wir mit der Welt in Kontakt treten? 
Sie hat keinen Ort an den sie gehen kann. Und so richtet sich der Blick nun notgedrungen auf das ganze entsetzliche, diesseitige Ereignis der Entindividualisierung und des nur noch leiblichen Todes; nicht auf das, was einst von uns übrig bleiben wird, sondern auf das, was uns entrissen wird: Eben diese Oberfläche, die Haut, Trägerin unserer Identität, Schnittstelle zwischen Innen- und Außenwelt, der Schauplatz all unserer sinnlichen Begegnung mit der Wirklichkeit und der Austragungsort der verbissensten Kämpfe mit unserer Eitelkeit.

Es ist nicht der fremde Tod, der uns schockiert, sondern immer nur der eigene, an den wir erinnert werden. Und so hat Adriane Steckhan folgerichtig Fotografien der eigenen Haut, des eigenen Torsos als Ausgangsmaterial für die zentrale Installation der Ausstellung gewählt und sie in  Acrylpolymer übertragen.

Adriane Steckhan, "Erdenrest", Ausstellungsansicht, Einstellungsraum Mai 2018

Betritt man den Hauptausstellungsraum, reiht man sich unweigerlich ein in eine Flucht von Häuten, die an Haken von der Decke baumeln, wie die abgezogenen Häute von Schlachtvieh. Das Motiv wiederholt sich. Im Tod sind wir alle gleich. Auch wir werden einmal unserer Haut, unserer Erscheinung, unserer Empfindungsfähigkeit, unserer Schnittstelle zur der Welt, unserer Identität beraubt sein. Die Schockwirkung, die diese abstrahierte Zurschaustellung der Haut im Gegensatz zu der Aufbahrung von Schädeln und Knochen auslöst, ist so frappierend wie folgerichtig.

Denn während das Memento Mori ehemals noch die Mahnung ausdrückte: „Bedenke die Vergänglichkeit des Fleisches mit all seinen Gelüsten angesichts der Ewigkeit, die Dich erwartet!“, kann uns ein Memento Mori in unserem gegenwärtigen Zusammenhang nur auf das stoßen, was wir verlieren werden, und so nur um so deutlicher zu machen, wie wertvoll dieses Leben ist, diese Gegenwärtigkeit, dieses von unserer wunderschönen, sensiblen, vergänglichen Haut umhüllte sein Sein.

Adriane Steckhan, "Erdenrest", Ausstellungsansicht, Einstellungsraum Mai 2018

Und mit dieser Aufforderung, die in jedem Memento Mori steckt, verharrt der Werkkomplex Erdenrest nicht in einer fatalistischen Haltung, die nur noch die Depression zuläßt, sondern sie soll ein Weckruf sein, der uns zu einer Lebendigkeit zurückführt, die sich ohne Angst und Abwehr der Endlichkeit stellen kann, um angesichts derer den Wert des Lebens neu zu bemessen, und uns nach einer Haltung streben läßt, jeden Schritt, den wir auf den Abgrund zu gehen, nicht als lebende Leichname zu machen, die in ein digitales Nichts, eine zeitgeistige Nichtigkeit oder eine imaginierte Zukunft flüchten, sondern jeden Schritt mit Achtsamkeit und mit vollem Bewußtsein zu tun, und ihn in all seiner Würde, Schönheit und Einmaligkeit zu erfassen.

Deshalb möchte ich mit einem Ausblick in die Lebendigkeit und einem Zitat von Horaz zum Ende kommen:

"Indem wir sprechen, fliehen die neidischen Jahre.
Ergreife den Tag, und traue nicht leichtgläubig dem kommenden."


Horaz, Oden I 11 An Leuconoe, übersetzt von C.F.K. Herzlieb und J.P. Uz


© Dr. Thomas J. Piesbergen / VG Wort, Mai 2018


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